Putins Krieg und Moskaus Agenten
Der Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine hat für die politische Diskussion eine völlig neue Lage geschaffen:
Agentennetze Moskaus mussten den Krieg Russlands gegen die Ukraine offen unterstützen und sichtbar werden.
Bis zum Februar 2022 war die Arbeit vieler Netz-Auftritte für Moskau zwar für kundige Spezialisten zu erkennen, aber das breite Publikum hätte alle Erklärungen und Belege, dass es sich um Propagandaschleudern des Kreml handelt, als böswillig und unbegründet zurückgewiesen.
Mit ihrem Eintreten für den Krieg Russlands gegen die Ukraine haben die Netz-Auftritte wie Nachdenkseiten, Manova, apolut, Multipolar, das Overton Magazin oder die Schweizer Weltwoche, um nur Beispiele zu nennen, offen Partei für den alten KGB-ler Putin ergriffen und auch das breite Publikum kann das jetzt erkennen.
Damit ergibt sich die Gelegenheit, das Agentennetz Moskaus etwas aus dem Untergrund zu ziehen, was in Zukunft das Thema dieses Blogs sein wird.
Mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht hat sich eine neue Partei aus der Linkspartei/SED heraus gegründet, die sich auf die Seite Russlands im Krieg gegen die Ukraine stellt. Aber auch zahlreiche Politiker anderer Parteien wie der SPD und vor allem der AfD, sowie einzelne Politiker von CDU wie CSU und Vertreter der Gewerkschaften sind offen für Putins Krieg und Politik aufgetreten.
Vor allem die große Unterstützung für Putin aus der SPD und den Gewerkschaften fordert eine grundsätzliche Erklärung, die manche Leser vielleicht überraschen wird:
Nach 1945 wurden in Westdeutschland, Italien und Frankreich Gewerkschaften, Arbeiterparteien und linke Medien wie ein Teil der Universitäten und Kulturbetriebe gezielt den Agenten Moskaus überlassen, also dem KGB oder der ostdeutschen Stasi.
Es wurde mit dem geringen Interesse der Machthaber im Kreml am Wohlergehen der Arbeiter in Westeuropa gerechnet. Die Agenten des Kreml in deutschen, italienischen und französischen Gewerkschaften und Parteien würden angesichts der im Ostblock herrschenden Verhältnisse wenig Sympathie bei den Arbeitern finden, aber trotzdem ihren Marxismus predigen und den Sozialismus zum Ziel ihrer Arbeit in Gewerkschaften und Parteien erklären, was deren poltischen Einfluss beschränkt.
In Italien und Frankreich enstanden so nach 1945 bis 1989 sehr einflussreiche kommunistische Parteien und eine fast erdrückende kommunistische Szene der Künstler und Journalisten in der Kulturszene und sogar Teilen der Wissenschaft, besonders bei den Studenten. In Westdeutschland waren die üblen Verhältnisse unter der Herrschaft der Sowjets besser bekannt und kommunistische Parteien konnten nur wenig Anklang finden. Die Agenten des Kreml mussten verdeckt in SPD und Gewerkschaften arbeiten, was für die politisch sehr Aktiven zu erkennen war, aber nicht dem breiten Publikum.
Der Bürger erlebte nur, dass in den Bildungskursen seiner Gewerkschaft ständig Karl Marx und Friedrich Engels in höchsten Ehren gehalten wurden und auch die Jugend der SPD, die Jungsozialisten und der Sozialistische Hochschulbund ganz eifrige Anhänger des Sozialismus und der matxistischen Ideen waren. Recht erklären konnte der Bürger sich das nicht und vermutete den Eifer der Jugend und den Irrtum mancher Alten, wo in Wahrheit Moskau die Fäden zog und ohne ein Bekenntnis zur Sowjetunion und zum Sozialismus keine Karriere in SPD und Gewerkschaft ermöglicht wurde.